berichtet am 20. September 2003
Neue Zukunft für "Hirschen"
REHA-Verein plant betreutes Wohnen/ Gemeinderat fordert Gesamtkonzept für Gasthaus
KIRCHZARTEN. Für das seit Monaten leer stehende Gasthaus "Hirschen" mitten in Kirchzarten gibt es eine neue Nutzung. Der REHA-Verein aus Freiburg will dort betreutes Wohnen anbieten. Der Gemeinderat tat sich allerdings schwer mit dem dazu vorgelegten Bauantrag.
Für das Gasthaus "Hirschen" an der Ecke Hauptstraße und Freiburger Straße fand sich nach dessen Schließung kein neuer Pächter. Das Anwesen wurde im Sommer verkauft. Jetzt lag dem Gemeinderat ein Bauantrag vor, nach dem der REHA-Verein (Verein zum Aufbau sozialer Psychiatrie) Freiburg als Pächter des Gebäudes in dessen erstem Obergeschoss eine Außenwohngruppe für psychisch kranke Menschen einrichten möchte. Wie Bürgermeister Georg-Wilhelm von Oppen ausführte, betreibt dieser Verein in Freiburg schon seit Jahren ähnliche Einrichtungen. Ein konzeptioneller Schwerpunkt der Arbeit liege in der Bereitstellung eines möglichst "normalen" Wohnraumes mit Wohngruppen-Charakter sowie der Integration der Wohneinheit in die Wohnstruktur der Umgebung. Die Betreuung vor Ort werde durch pädagogische Fachkräfte gewährleistet. Cornelius Huber (FWG) wollte wissen, aus welchem Spektrum psychisch Kranker die Bewohner kämen und äußerte Bedenken gegen eine solche Einrichtung im Ortszentrum. Bürgermeister von Oppen erwiderte, dass der Gemeinderat darüber nicht zu befinden habe, wer dort wohne, dass er lediglich den Bauantrag zu behandeln habe. Der REHA-Verein sei im übrigen ein seit Jahren in Freiburg in ähnlichen Einrichtungen tätiger Verein, der auch vom Landeswohlfahrtsverband kontrolliert werde. Er machte auch auf die soziale Verantwortung der Gemeinde kranken Menschen gegenüber aufmerksam.
Barbara Schweier (BNK/Grüne) meinte, der Betreiber solle sich dem Gemeinderat vorstellen. Dem widersprach Peter Meybrunn (SPD) entschieden, da es nicht darum gehe, den Verein zu hinterfragen, sondern die Baurechtsfrage zu klären. Liselotte Tritschler (FWH) meinte, im Prinzip sei sie immer dafür, wenn solch eine Einrichtung geschaffen würde. Sie kenne aber den Betreiber nicht, und außerdem sei auch unklar, was mit dem übrigen Haus geschehe.
Dies war auch der Ansatz der Verwaltung, dass von dem Pächter zunächst noch die übrige Nutzung des Gebäudes dargestellt werden müsse. Die Stellplatzfrage sei noch nicht geklärt und auch die brandschutzrechtlichen Gesichtspunkte müsse der Pächter vorlegen. Ansonsten werde dem Antrag des REHA-Vereins zugestimmt. Dem folgte der Gemeinderat bei zwei Enthaltungen.
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