berichtet am 26. Oktober 2000
Hilfe für psychisch Kranke
REHA-Verein bietet Werkstätten als Training für eine berufliche Wiedereingliederung
Müllheim (um). Jeder Mensch kann im Laufe seines Lebens psychisch krank werden oder eine depressive Phase durchwandern, ohne deshalb seine beruflichen Fähigkeiten zu verlieren. Er arbeitet so präzise wie früher, benötigt aber Vielleicht etwas mehr Zeit. Solche Menschen können in REHA-Werkstätten beschäftigt werden, wie zum Beispiel in der Eisengasse in Müllheim.
Der REHA-Verein bietet als freier, gemeinnütziger Träger in der Stadt Freiburg sowie in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen, Wohnmöglichkeiten, Tagesstätten und Arbeitsplätze für psychisch kranke und gefährdete Personen mit dem Ziel der sozialen und beruflichen Wiedereingliederung. Die einzelnen Projekte werden jährlich beim "Werkstatt-Tag" - jetzt wurde der 5. Tag veranstaltet - im Müllheimer Bürgerhaus mit den Betroffenen und der Geschäftsleitung diskutiert.
Seit vier Jahren gibt es auch in Müllheim eine REHA-Werkstatt, wo unter der Regie des Gruppenleiters und Arbeitserziehers Peter Ruhnau täglich 24 Personen jeden Alters beschäftigt werden.
Die meisten sind aufgrund psychischer Krankheiten aus ihrem früheren Berufsleben ausgeschieden. Wer sich zwei Jahre lang als Werkstattmitarbeiter bewährt hat, kann die Arbeit als Lohnempfänger fortsetzen. Hierbei wird der Rentenanteil besonders hoch angesetzt, um den Klienten eine ausreichende Altersversorgung zu ermöglichen.
Das Umfeld und die Arbeitsweise in der Werkstatt erfolgen so realitätsnah wie möglich, sagt Peter Ruhnau, weil die Werkstatt ein Arbeitstraining für die berufliche Rehabilitation sein soll. Arbeitsmöglichkeiten gibt es sowohl in der Lohnfertigung als auch in der Eigenproduktion in unterschiedlichsten Bereichen. In der Müllheimer Werkstatt werden Aufträge für regionale Industriebetriebe ausgeführt.
Es gibt aber auch Holzwerkstätten, Möbelschreinereien und Holzspielzeugfertigung. Diese werden dann in REHA-Läden zusammen mit Erzeugnissen aus verschiedenen anderen sozialen Einrichtungen verkauft.
Seit 20 Jahren betreut der REHA-Verein für derzeit rund 40 Patienten im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald auch eigene Tagesstätten, zum Bespiel in Freiburg, in denen sich jene treffen können, die nicht mehr oder noch nicht arbeitsfähig sind. Auch in Müllheim, in der Wilhelmstr. 3, wurde vor einigen Monaten eine solche Tagesstätte unter der Regie der Ergotherapeutin Helene Oberle eingerichtet, die vor Ort momentan 17 Personen betreut. Sie ist jetzt für die Einrichtung einer weiteren Tagesstätte in der Schlatterstraße 18-20 in Bad Krozingen zuständig. Außerdem hat der REHA-Verein auch in Müllheim betreute Wohnungen.
Wer für sich oder andere Menschen Kontakt aufnehmen möchte zum REHA-Verein, kann sich direkt an die Müllheimer Werkstatt wenden unter der Telefonnummer 07631/16552, oder an die Tagesstätte in Müllheim, 07631/2207, und in Bad Krozingen, 07633/933680.
Linkpfad www.reha-verein.de/Wir über uns

