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Chronik

Die Zeitung "Markgräflerland" berichtet am 18. Juli 1996

Psychisch Kranken beim Wiedereinstieg helfen
Auch in Müllheim erfolgreich

Das Heranführen an die Gesellschaft und die Arbeitswelt ist für psychisch Kranke ein wichtiger Faktor für die Genesung. Der REHA-Verein bietet die Möglichkeit mit Arbeiten dazu.

Müllheim (bw). Als gemeinnütziger Verein, dessen Ziele die Wiedereingliederung ehemals psychisch Kranker in den sozialen und beruflichen Bereich ist, bietet der REHA-Verein nun auch in Müllheim eine Werk- und Tagesstätte an. Er ist keinem Wohlfahrtsverband angeschlossen und auch keiner anderen caritativen Einrichtung, ist also völlig neutral in seinen Entscheidungen.

Psychisch Kranken, die nach einem langen Krankenhausaufenthalt keine Aussicht auf Arbeit mehr haben, weil sie zu lange dem Arbeitsprozess fern waren, wird in dieser Werkstätte die Möglichkeit gegeben, sich wieder einer Arbeitsanforderung zu stellen. Der Verein bietet dafür verschiedene Möglichkeiten an. Das seit längerem bestehende "REHA-Geschäft" in der Hauptstraße, in dem hauptsächlich selbst hergestelltes Kinderspielzeug verkauft wird, ist genauso Beschäftigungstherapie wie auch die in der Werkstatt  selbst ausgeführten Lohnarbeiten. Ein Bürotraining, das den normalen Weg von Angebotserstellung über Bestellungseingang, Bearbeitung bis zur Auslieferung und Rechnungsstellung, beinhaltet, rundet das Angebot ab. Durch diese Therapie wird auch versucht, einer psychischen Wiedererkrankung vorzubeugen und Vorurteile gegenüber diesen Kranken abzubauen. Das Landesarbeitsamt steht diesem Projekt sehr positiv gegenüber und bietet immer wieder Arbeit für die jeweils betreuten Personen an.
Der Verein finanziert sich zum größten Teil selbst, das heißt das notwendige Arbeitsmaterialien, sofern sie nicht vom jeweiligen Arbeitgeber gestellt werden, selbst erworben werden müssen, was sehr oft ein großer finanzieller Aufwand ist, der zum größten Teil über Bankkredite finanziert wird. Das Landesarbeitsamt stellt für die betreuten Personen die Pflegesätze zur Verfügung, ansonsten wird der Verein durch Spenden unterstützt. Die betreuten Personen werden etwa wie in einem Angestelltenverhältnis beschäftigt, was auch eine soziale Absicherung für sie bedeutet. Die ebenfalls zum REHA-Verein gehörenden Einrichtungen in Freiburg und Emmendingen haben sich so bewährt, dass man sich in Müllheim den gleichen Erfolg erhofft.
Foto: bw