REHA-Verein Freiburg  |  Berliner Allee 11a  |  79110 Freiburg  |  Telefon 0761/ 38 65-0  |  Telefax 0761/ 38 65-100

Chronik

 berichtet am 22. Oktober 2003

Integration im Mittelpunkt
Schaffung von Arbeitsplätzen für psychisch kranke Menschen

Dank des Reha-Vereins erhalten die psychisch Kranke und Menschen mit Behinderung die Chance, einem Beruf nachzugehen.

Müllheim. Der REHA-Verein bietet als freier, gemeinnütziger Träger in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen sowie in der Stadt Freiburg Wohn- und Beschäftigungsmöglichkeiten für psychisch Kranke an. Bei den neuen Integrationsprojekten steht die Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen.

Zum 8. Mal veranstaltete der REHA-Verein kürzlich seinen jährlichen Werkstatttag im Müllheimer Bürgerhaus, an dem die Werkstatt- und Tagesstättenmitarbeiter, das Personal sowie die Geschäftsleitung teilnehmen. Ziel war es, die Mitarbeiter über Entwicklungen zu informieren und die zurückliegende Arbeit zu reflektieren.
Ein Schwerpunkt war die Schaffung von Arbeitsplätzen auf dem Arbeitsmarkt durch die Integrationsprojekte der Tochterfirma R'elan, einer gemeinnützigen Gesellschaft des REHA-Vereins. R'elan ist seit September Träger der ersten anerkannten Integrationsprojekts in Südbaden. Ziel ist die Schaffung von neuen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung. Die Besonderheit von Integrationsprojekten besteht darin, dass zwischen 25 und 50 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer schwerbehinderte Personen sind. Im Integrationsbetrieb arbeiten behinderte und nichtbehinderte Personen gleichberechtigt zusammen. Die geringere Leistungsfähigkeit wird durch einen Lohnkostenzuschuss des Integrationsamtes ausgeglichen. Finanziert wird dieser durch die gesetzliche Ausgleichsabgabe, die Unternehmen bezahlen, die keine Menschen mit Behinderung beschäftigen. So arbeitet die Firma R'elan mit der Firma Freudenberg in Neuenburg zusammen und will im Neuenburger Betrieb zehn Arbeitsplätze im Metallbereich und Industrieservice für Menschen mit Behinderung schaffen. Statt wie bisher Aufträge nach außen zu verlagern, werden nun die Arbeitsplätze als eigenständige Abteilung in die Firma Freudenberg integriert, angestellt werden die Mitarbeiter jedoch bei R'elan. Freudenberg sei ein Konzern, der soziale Ideen immer gefördert habe und auch Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft von Integrationsbetrieben sei, betonte der Geschäftsführer des REHA-Vereins, Norbert Klein-Alstedde.
Erstes erfolgreiches Integrationsprojekt ist die R'elan-Schreinerei in Endingen, die auch im Bühnenbau für das Fernsehen des Südwestrundfunks tätig ist. Bei Bühnenarbeiten in Baden-Baden seien immer 25 Prozent der Mitarbeiter Menschen mit Behinderung, erklärt R'elan-Geschäftsführer Willi Herbi. "Es bleibt aber den Mitarbeitern überlassen, ob sie sagen, dass sie psychisch krank sind oder nicht", ergänzt Herbi. Der SWR sei mit der Arbeit zufrieden.
Integrationsprojekte bieten all jenen eine Perspektive, die sonst kaum Chancen am Arbeitsmarkt haben. Eine Anstellung in einem Integrationsprojekt ist für jene Personen geeignet, die trotz ihrer behinderungsbedingten Einschränkungen den Anforderungen an ein zuverlässiges Arbeiten unter Termindruck gewachsen sind. Damit will die R'elan dem allgemeinen Trend in der freien Wirtschaft entgegenwirken, Schwerbehinderte auszugliedern und den Sozialsystemen zu überlassen.
Der 1979 gegründete Verein, der auch eine Werkstatt in Müllheim betreibt, hat sich das Ziel gesetzt, die soziale und berufliche Ausgliederung psychisch kranker Personen so weit wie möglich zu verhindern sowie Bemühungen zu unterstützen, die sich der Rehabilitation psychisch Kranker widmen und die dem Entstehen psychischer Erkrankungen entgegenwirken. Ein weiteres Thema waren die Tagesstätte in Müllheim und die Laden-Werkstatt in Bad Krozingen. Die REHA Tagesstätten verstehen sich als Angebot zur Tagesstrukturierung für jene psychisch Kranken, die nicht in der Lage sind, in einer Werkstatt zu arbeiten. (anl)
Foto: Alexander Anlicker

Weitere Informationen unter Telefon 0 76 33/ 93 36 80 oder im Internet unter www.reha-verein.de.